Neues DFG-Projekt zum Thema „Kulturhauptstadt Europas“ am Institut für Geographie | Neues DFG-Projekt zum Thema „Kulturhauptstadt Europas“ am Institut für Geographie – Institut für Geographie

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Neues DFG-Projekt zum Thema „Kulturhauptstadt Europas“ am Institut für Geographie

Die Europäische Union stecke derzeit, so ist häufig zu hören, in einer Krise, aber auch für viele europäische Nationalstaaten werden Krisen wie das Auseinandertriften der Gesellschaften diagnostiziert. Können mittels „Kultur“ entsprechende Spaltungen überwunden oder zumindest bearbeitet werden, auch durch internationale kulturpolitische Initiativen? Für jedes Jahr ruft die Europäische Union derzeit zwei „Kulturhauptstädte Europas“ aus. Diese Praxis geht auf eine Initiative aus den 1980er Jahren zurück; mit diesem Programm sollte, zumindest den ursprünglichen Initiatoren zufolge, ein Gegengewicht gegen eine rein ökonomische Betrachtung des Europäischen Einigungsprozesses gesetzt und kulturelle Dimensionen Europas in den Mittelpunkt gerückt werden. Nach Essen bzw. dem Ruhrgebiet 2010 wird planmäßig wieder im Jahr 2025 der Titel an eine deutsche Stadt vergeben. Eine Reihe von Städten, darunter Chemnitz, Dresden, Hannover, Magdeburg und Nürnberg haben bisher ihr Interesse an der Ausrichtung des Kulturhauptstadtjahres 2025 bekundet; 2019 müssen diese Städte ihre Bewerbungskonzepte einer internationalen Auswahljury vorlegen. Im Rahmen eines gerade gestarteten DFG-Projekts unter dem Titel „Das Programm ‚Kulturhauptstadt Europas‘ im Spannungsfeld lokal-urbaner und internationaler Kulturpolitiken“ werden Mitarbeiter/innen des Instituts für Geographie diesen Bewerbungsprozess beobachten. Neben dem Projektleiter Thomas Schmitt und dem Wissenschaftlichen Mitarbeiter Jonas Lendl sind derzeit auch drei studentische Hilfskräfte in die Projektarbeit involviert. Ihnen geht es dabei v.a. um die Rekonstruktion von stadt-, kultur- und europapolitischen Debatten in den Bewerberstädten. Wir gehen dabei von der These aus, dass sich in den Bewerberstädten solche, auch gesamtgesellschaftlich geführte Debatten exemplarisch verdichten. Gemäß Grundprinzipien qualitativer sozialwissenschaftlicher Forschung hat sich das Projektteam zu einer Haltung der Allparteilichkeit gegenüber allen Bewerberstädten verpflichtet. Das Projekt wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.