FGG-Vortrag: Globalisierung und die Grenzen der Logistik – 11.12.2017

When:
11. Dezember 2017 @ 18:30 – 19:45
2017-12-11T18:30:00+01:00
2017-12-11T19:45:00+01:00
Where:
Hörsaal C - Eingang Hindenburgstr.
Kochstraße 4
91054 Erlangen
Deutschland
Contact:
Sabine Donner

171211_fgg_stenmanns_Freetown1Montag, 11. Dezember 2017 18.30 Uhr im Hörsaal C
FGG Vortrag
Julian Stenmanns (Frankfurt)

Globalisierung und die Grenzen der Logistik

Logistik setzt nicht nur sprichwörtlich die heutige Welt in Bewegung. Die Distributionssysteme militärischen Ursprungs, die ab den 1960er Jahren das Ford’sche Fließband globalisierten, bilden zunehmend die Grundlage des gegenwärtigen Kapitalismus. Die Umstrukturierung der Ökonomie in ein transnationales ‚Gewebe aus Flüssen‘ und die daraus entstandenen politischen Kontroversen sind Gegenstand des Vortrags.

Durch die zunehmende logistische Vernetzung hat sich eine neue Abhängigkeit des territorialen Nationalstaates von ‚Fließsystemen‘ herausgebildet. Unterbrechungen der Warenzirkulation – etwa durch Umweltkatastrophen, Piraterie, terroristische Anschläge oder geschlossene Grenzübergänge – werden zunehmend als Gefährdung des Nationalstaates gedeutet. Während also Grenzen für den modernen Staat noch als konstitutiv galten, wandelt sich ihre Rolle durch die Lieferketten der globalisierten Logistik zunehmend. Nach einem Überblick über zentrale Aspekte der ‚logistischen Revolution‘ greift der Vortrag die Frage auf, welche neuen Problematisierungen, Rationalitäten und Technologien sich im Spannungsfeld von Logistik und Grenzen in den vergangenen Jahren herausgebildet haben. Darauffolgend werden einige Beispiele zur Neuformierung von Grenzregimen entlang logistischer Ordnungen vorgestellt.

FGG-Mitglieder frei.
Eintritt für Nichtmitglieder: 3,00 Euro / erm. 1,50 Euro
Schulklassen – nach vorheriger Anmeldung – frei.

Für diesen Vortrag gilt die Kolloquiumsregelung!

fgg_weltkugel_ws1718Themenschwerpunkt Herbst/Winter 2017/18:
Ende der Globalisierung?“
Moderation: Prof. Dr. Georg Glasze

Die vergangenen Jahre scheinen geprägt von einem Trend zu neuen Grenzziehungen, zu protektionistischen Wirtschaftspolitiken und zu nationalistischen Ideologien, so dass teilweise bereits das „Ende der Globalisierung“ ausgerufen wurde. In der Vortragsreihe der Fränkischen Geographischen Gesellschaft im Wintersemester diskutieren renommierte WissenschaftlerInnen aus Politischer Geographie, Geographischer Migrationsforschung sowie Sozial- und Wirtschaftsgeographie inwieweit neue Grenzregime, die Stagnation des internationalen Handels oder die Krise der EU als Elemente einer epochenhaften Veränderung globaler Beziehungen gedeutet werden können.

Flyer Gesamtprogramm zum Download als pdf-Datei.