Institutskolloquium PG – 07.02.2018

When:
7. Februar 2018 @ 12:15 – 13:45
2018-02-07T12:15:00+01:00
2018-02-07T13:45:00+01:00
Where:
Hörsaal C - Eingang Hindenburgstr.
Kochstraße 4
91054 Erlangen
Deutschland
Contact:
PD Dr. Christoph Mayr
http://www.jamstec.go.jp/frsgc/research/d1/iod/e/iod/about_iod.html

Quelle: JAMSTEC (Japanese Agency for Marine-Earth Science and Technology)

Mittwoch, 7. Februar 2018, 12.15 Uhr im
Institutskolloquium Physische Geographie

Anja Thielke (Erlangen)

Räumliche und zeitliche Eigenschaften des Dipolmodus des indischen Ozeans seit dem 19. Jahrhundert

Der Dipolmodus des indischen Ozeans (IOD)  ist der dominierende Mechanismus der Klimavariabilität im Indischen Ozean (IO) mit einem großen Einflussbereich. Eine positive Phase des IOD ist normalerweise durch ungewöhnliche Abkühlung (Erwärmung) der südöstlichen (westlichen) äquatorialen IO Meeresoberflächentemperatur und äquatorialen östlichen Windanomalien in der unteren Troposphäre gekennzeichnet. Die Windanomalien werden von einer verstärkten (unterdrückten) Konvektion im Westen (Osten) begleitet. Ein negatives IOD-Ereignis wird durch Intensivierung der normalen Bedingungen gekennzeichnet, d. h. positive (negative) Meeresoberflächentemperaturanomalie (SSTA) und verstärkte (unterdrückte) Konvektion in der südöstlichen (westlichen) äquatorialen IO. IOD-Ereignisse entwickeln sich hauptsächlich im borealen Sommer und erreichen ihren Höhepunkt während September und Oktober, bevor sie in den folgenden Monaten in den Normalzustand zurückkehren.

Wenn IOD-Zustände auftreten, entstehen klimatische Anomalien in verschiedenen Regionen des IO. Ostafrika ist eine betroffene Region, da der ungewöhnliche Gradient der Meeresoberflächentemperatur während eines positiven IOD-Ereignisses eine verstärkte Konvektion im westlichen Indischen Ozean verursacht und daher die Niederschlagsdynamik in Ostafrika  beeinflusst. Es kommt zu ungewöhnlich starken Niederschlägen in der „kurzen Regenzeit“ von Oktober bis Dezember während positiver IOD-Ereignisse. Der erhöhte Niederschlag in der Region Ostafrika fällt mit einer verstärkten Feuchtigkeitskonvergenz aufgrund der starken Westwinde in Zentralafrika und Ostwinden vom äquatorialen IO als Reaktion auf die warmen westlichen Meeresoberflächentemperaturen des positiven IOD zusammen. Die Variabilität der Niederschläge von Ostafrika wirkt sich enorm auf den Lebensunterhalt von Millionen von Menschen aus, die von der Landwirtschaft und der regionalen Fischerei abhängig sind.

Gesamtübersicht “Kolloquiumsprogramm” im Wintersemester 2017/18