Rigorosum Philipp Hochreuther – 19.07.2017

When:
19. Juli 2017 @ 14:00 – 15:00
2017-07-19T14:00:00+02:00
2017-07-19T15:00:00+02:00
Where:
Seminarraum 00.175
Wetterkreuz 15
91058 Erlangen
Deutschland

Im Rahmen der mündlichen Doktorprüfung spricht Philipp Hochreuther
zum Thema:

Aus Jahrringdaten abgeleitete Gletscherschwankungen und Monsunvariabilität des südöstlichen Tibetplateaus während der letzten Jahrhunderte

hochreuther_prom_abbDie Gletscher des tibetischen Plateaus zeigen in den letzten Jahrzehnten starke Rückgänge in Massenbilanz und Länge. Dies trifft in besonderem Maße auf die Talgletscher Südosttibets zu, welche dem Einfluss des indischen Sommermonsuns unterliegen. Durch das Vorstoßen der Gletscherzungen bis weit unter die rezente natürliche Waldgrenze bieten sich dendrowissenschaftliche Methoden in besonderer Art und Weise an, um die Gletschergeschichte und – damit verbunden – die klimatischen Verhältnisse der letzten Jahrhunderte eingehend zu untersuchen.

In einem ersten Schritt wurden die Moränen der sogenannten ’kleinen Eiszeit’ (ca. 1450-1850 n. Chr.) ausgewählter Gletscher mit Hilfe dendroglaziologischer Methoden datiert und so Minimalalter dieser Formen ermittelt. Diese wurden zu bereits publizierten Moränendatierungen in Beziehung gesetzt, wodurch Aussagen über regional übergreifenden Gletschervorstöße und -rückzüge während der letzten 400 Jahre getroffen werden konnten. So erscheinen nordhemisphärische Temperaturschwankungen als deutlichster Einflussfaktor, dessen Auswirkungen durch lokale Faktoren wie Gletschergröße und -exposition beschleunigt oder gedämpft werden. Durch die Analyse stabiler Sauerstoffisotope aus Jahrringzellulose konnte zudem der zunehmende Einfluss des Indischen Ozean-Dipols auf das Hydroklima in Südosttibets deutlich gemacht werden, wohingegen der Trend zu allgemein trockeneren Verhältnissen in Tibet hier eine untergeordnete Rolle spielt. Ebenso wird deutlich, dass die Verhältnisse der stabilen Sauerstoffisotope in Jahrringen weniger einen spezifischen Parameter, sondern eher bestimmte klimatische Verhältnisse abbilden.

Hierzu ergeht herzliche Einladung.
Prof. Dr. Achim Bräuning