Exklusionen in volunteered geographic information (VGI): OpenStreetMap und WikiMapia in Israel/Palästina | Exklusionen in volunteered geographic information (VGI): OpenStreetMap und WikiMapia in Israel/Palästina – Institut für Geographie
Mosambik - Chimoio Mosambik - Chimoio

Exklusionen in volunteered geographic information (VGI): OpenStreetMap und WikiMapia in Israel/Palästina

gefördert durch die
DFG

 

 

Projektbeschreibung

Volunteered geographic information (VGI) d. h. die freiwillige und unbezahlte Sammlung von Geodaten im interaktiven web 2.0, wurde teilweise als Chance interpretiert, bislang marginalisierten Stimmen Zugang zur Erstellung und Verbreitung von geographischen Informationen zu eröffnen. Allerdings wurde die Vorstellung, dass im web 2.0 jede/jeder an der Herstellung von geographischen Informationen mitwirken kann, bereits früh hinterfragt und auf verschiedene soziale und sozio-technische Formen der Exklusion hingewiesen. Trotz der rasch wachsenden Bedeutung von VGI für viele gesellschaftliche Bereiche liegen aber bislang nur sehr wenige und kaum systematische empirische Studien zu diesen sozialen und sozio-technischen Hintergründen von VGI vor. Hier setzt das beantragte Forschungsprojekt an, das darauf abzielt, die Herstellung von kollaborativ erarbeiteten Geodaten zu rekonstruieren. Dabei will es Prozesse der Marginalisierung und Exklusion herausarbeiten und damit untersuchen, wie sich gesellschaftliche Ungleichheiten in VGI einschreiben und mit VGI reproduziert werden. Als Fallstudien untersuchen wir die weltweit erfolgreichsten kollaborativen Geodatenbanken OpenStreetMap (OSM) und WikiMapia, in einem regionalen Kontext, der aufgrund seiner vielfältigen gesellschaftlichen Disparitäten und politischen Konfliktlinien besonders aufschlussreich und daher empirisch fruchtbar ist: Israel/Palästina.

Projektmitarbeiter:

Dipl.-Geogr. Christian BittnerProf. Dr. Georg Glasze

 

Publikationen, die im Kontext des Projektes erschienen sind

 

Ergebnisse (Auswahl)

Die bisherigen Untersuchungen haben beispielsweise gezeigt, welche Bedeutung der gesellschaftliche Kontext für die Herstellung von Geodaten hat. So korreliert die Qualität und Dichte der Geodaten von OpenStreetMap in Jersualem mit der soziodemographischen Zusammensetzung der Bevölkerung:
eher jüdisch und säkular geprägte Stadtviertel sind überdurchschnittlich gut repräsentiert (siehe untenstehende Abbildung).

Bittner_.JLEM_OSM