Erlanger Beiträge zur Kulturgeographie | Erlanger Beiträge zur Kulturgeographie – Institut für Geographie

Neue Kulturgeographie VIII - Erlangen Neue Kulturgeographie VIII - Erlangen

Erlanger Beiträge zur Kulturgeographie

In der Reihe Erlanger Beiträge zur Kulturgeographie werden regelmäßig die Vorträge aus der Vortragsreihe Erlanger Beiträge zur Kulturgeographie in überarbeiteter Form und auf deutsch veröffentlicht. In unregelmäßigen Abständen werden in dieser Reihe außerdem Arbeitspapiere zu den Forschungsschwerpunkten des Instituts sowie herausragende Abschlussarbeiten von Studierenden am Institut erscheinen.

Schriftleitung: Henning Füller

Aktuell

Sarah Elwood (im Erscheinen): Neue Techniken und neue soziale Praktiken der Geoinformation. Eine kritische Theorie des Geoweb (= Erlanger Beitr. zur Kulturgeographie 4) (Videomitschnitt Vortrag Elwood).

Geography, GIScience, and society at large continue to grapple with the implications of newly emerging geospatial media – an ever-expanding range of interactive Internet and mobile technologies that enable collection, compilation, mapping, and dissemination of spatial data by vast numbers of people. The so-called ‘geoweb’ presents fundamental challenges for three or more decades of GIScience theory and practice developed in relation to conventional geographic information systems, and re-situates a number of the concerns of critical GIS scholars with regard to the societal significance of geospatial data and technologies. In this paper, I show how some of the longstanding concerns of critical GIS scholarship can illuminate several of the fundamental arenas of societal transformation stemming from the geoweb: Global and local social relations around privacy and surveillance, socio-technological practices of activism and civic engagement, and the education of citizens prepared to engage a geoweb world. I use examples from my own recent research in each of these arenas to characterize the specific nature and implications of these transformations and to point to the pervasive presence of social, political, and technological inequalities in each arena. One of the most important legacies of critical GIS scholarship to carry forward into geoweb research and practice is its deep attention to and intervention in inequalities and exclusions wrought through digital spatial data and technologies. Creating a more just society in the face of new spatial technologies demands our ongoing effort to sustain these commitments.

Bisher erschienen

Graham, Stephen (2013): Belagerte Städte. Die Militarisierung des Urbanen. Erlanger Beiträge zur Kulturgeographie 3 (EBK_3.pdf) (Videomittschnitt Vortrag Graham)

Der „Krieg gegen den Terror“ und zusammenhängende Sicherheitspolitiken sind bekanntlich in hohem Maße durch Diskurse der Stadt, städtische Materialitäten und Praktiken geprägt. Der Vortrag möchte zeigen, inwiefern die Vorstellungen eines fortdauernden und nicht lokalisierbaren Kriegszustands die Militarisierung des Städtischen derzeit in grundsätzlicher Weise verstärkt. Solche Prozesse, in denen alltägliche städtische Orte, Bevölkerung und Interaktionen zu normalen militärischen Zielen werden, stellen eine grundsätzliche Herausforderung für kritische Forschung dar. Unter besonderem Fokus auf die gegenwärtige Sicherheitsdoktrin der USA, kulturelle Phänomene und Technologien werden fünf verbundene Grundlagen des gegenwärtigen military urbanism herausgestellt: Die Betonung der Stadt als Problemfeld in Militär- und Sicherheitsplanung; die Verbindung von digitalisierter Überwachungstechnik und digitaler Medien im städtischen Alltag; die Militarisierung des Medienkonsums als kulturelle Ausprägung; eine entstehende Ökonomie städtischer Sicherheitsindustrie; neue Räume staatlicher Gewalt. Der Vortrag führt diese Punkte aus und schließt mit einer Perspektive für kritische und künstlerischer Strategien, um diesen military urbanism greifbar zu machen und seiner Normalisierung entgegen zu treten.

Gregory, Derek (2012): Der Krieg in den Grenzgebieten. Erlanger Beiträge zur Kulturgeographie 2 (EBK_2.pdf) (Videomitschnitt Vortrag Gregory)

Der spätmoderne Krieg wird zunehmend in den Grenzgebieten ausgetragen, damit meine ich sowohl die Bruchzonen ehemaliger Imperien and ein Verschwimmen der konzeptionellen Grenzen des Krieges selbst. In den Kriegen, welche die USA und ihre Verbündeten im frühen 21. Jahrhundert führen, vermischen sich unsere auf den mordenen Krieg orientierten Vorstellungen. Diesem Komplex in den globalen Grenzgebieten nachzugehen steht im Kern des folgenden Vortrags.
Besondere Aufmerksamkeit möchte ich auf die folgenden Aspekte richten: Auf das Ineinandergreifen eines aus der Distanz geführten Krieges — über die Verwendung von Dronen als Waffensytem — mit der invavisen Intimität gegenwärtiger Terrorismusabwehr; auf die verschwimmende Trennung von Militär und Geheimdienstaktivitiäten im Rahmen nicht erklärter „Schattenkriege“ in den Grenzgebieten; auf die Herausbildung von Kriegsökonomien und ihrer Rolle im Kreislauf einer „Schattenglobalisierung“ komplementär zur sichtbaren globalen Ökonomie; auf den Tod der Figur des Zivilisten und ihrer Ersetzung durch das Begriffspaar Aufständischer/Terrorist. Dies alles basiert auf den bemerkenswerten Prozess, der zugleich den Raum eines Zielgebiets, den Raum des Anderen und den Raum der Ausnahme produziert.

Elden, Stuart (2011): Die Entstehung des Territorium. Erlanger Beiträge zur Kulturgeographie 1 (EBK_1.pdf) (Videomitschnitt Vortrag Elden)

Der Aufsatz ist Teil eines umfangreichen Projekts zur Geschichte des Begriffs Territorium. Der ersten Teil argumentiert, dass Territorium zwar im Zusammenhang zu ‚Grundbesitz‘ und ‚Terrain‘ begriffen werden muss, sich jedoch nicht auf solche polit-ökonomischen und strategischen Verhältnisse reduzieren lässt. Der Begriff Territorium ist in seiner jeweiligen historischen Bedeutung erst richtig als politische Technologie zu begreifen: d.h. wenn neben den ökonomischen und strategischen Verhältnissen auch das Juridische berücksichtigt wird, aber auch konkrete Techniken zur zur Vermessung und Kontrolle von Gebieten. Im zweiten Teil möchte ich auf einen besonderen Moment in der Geschichte des Konzepts hinweisen. Einen Moment in der frühen Neuzeit, als Antike politische Philosophie, Römisches Recht und das politische Wirken deutscher Juristen in Verbindung kamen, prominent unter dem Begriff der Landeshoheit.

Video-Mitschnitt

Die Vorträge der Reihe sind auch auch online als Video-Mitschnitt verfügbar:

Erlanger Vorträge zur Kulturgeographie (Videoportal der Uni-Erlangen)