Lehrforschung und Forschungswerkstatt MA | Lehrforschung und Forschungswerkstatt MA – Institut für Geographie
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Lehrforschung und Forschungswerkstatt MA

Besonderen Wert legen wir darauf, den Studierenden viel Raum zur Durchführung von mehrmonatigen Studienprojekten zu geben. Im Rahmen des Moduls „Lehrforschung“ arbeiten Sie in kleinen Teams an einer Forschungsfrage, die sich z.B. an ein laufendes Forschungsvorhaben unseres Instituts anlehnt. Möglich sind auch Pilotstudien, explorative Projekte usw., und Sie können auch eigene Projektthemen vorschlagen. In jedem Fall werden Sie von Dozierenden in diesem Forschungsprozess „begleitet“, das Projektdesign, die Organisation und Durchführung der Empirie und der Ergebnissicherung obliegen jedoch weitgehend Ihnen. In manchen Fällen werden Sie auch in die Akquise von Drittmitteln involviert. So lernen Sie den Prozess des Forschens und seiner Organisation rundum und hautnah kennen.

 

Beispiele für im Rahmen der „Lehrforschung“ durchgeführte Studienprojekte der letzten Jahre:

 

Urban Coolture – Warum sind manche Stadtquartiere hip und andere nicht?: Am Beispiel von London-Hackney untersuchten die Studierenden die Entstehungsbedingungen einer einzigartigen urbanen Quartierskultur (Coolness+Cultur=Coolture) und somit einer neuen städtischen Identität. Warum wird dieser Stadtteil fast über Nacht „hip“? Welche Rolle spielt z.B. der Zuzug „cooler“ Akteure? Das Studienprojekt war als Pilotstudie für ein längeres Forschungsvorhaben konzipiert.

A laid-back place where all the cool people go...

A laid-back place where all the cool people go…

 

Access and Benefit Sharing: Bei der zunehmend globalisierten kommerziellen Verwertung lokaler Bioressourcen bleiben lokale Akteure oft außen vor. Dies gilt insbesondere im Entwicklungskontext. Wie kann sichergestellt werden, dass (etwa im Zuge der Vermarktung von Arzneipflanzen) lokalen Bevölkerungsgruppen Verfügungsrechte und Anteile aus den Erlösen gewährt werden? Dieses Studienprojekt war in ein laufendes Forschungsvorhaben eingebunden.

 

Kulturelle Differenz, Stadt- und Quartierspolitiken: Das Projekt widmete sich der Frage, ob und inwieweit quartiersbezogene Politiken (wie das Programm „Soziale Stadt“, in Frankreich die „politique de la ville“ und in Großbritannien der „new deal for communities„) die Bevölkerung der Quartiere entsprechend ethnischer, religiöser, herkunftsbezogener und in diesem Sinne „kultureller“ Kategorien differenzieren. Das Projekt ist eingebettet in einen Forschungszusammenhang zu Fragen von Integration und Quartierspolitiken und war verbunden mit einem mehrtägigen Forschungsaufenthalt in Großbritannien, dessen Ergebnisse publiziert werden.

 

Waste Management in Botswana – eine Akteurs-, Haushalts- und Organisationsanalyse: Im Rahmen eines Lehrforschungsprojekts zu Mid-sized Cities in Africa untersuchten die Studierenden, wie Stadtbevölkerung sowie privatwirtschaftliche und staatliche Akteure die Themaitk der Müllentsorgung in Städten Botswanas wahrnehmen und welche Probleme sich aus (potentiell) konfliktbehafteten Prozessen in diesem Feld ergeben. Das Studienprojekt wurde in Zusammenarbeit mit der SiemensStiftung konzipiert und umgesetzt.

 

Stadt der Zukunft 2050: In einem interdisziplinären Team entwarfen unsere Studierenden gemeinsam mit Kommilitonen/innen aus Architektur, Versorgungstechnik, Bauingenieurwesen und Sozialwissenschaften ein städtebauliches und gesellschaftliches Entwicklungskonzept für eine große Bahn-Konversionsfläche im Süden Nürnbergs. Das fächerübergreifende Studienprojekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Verband beratender Ingenieure (VBI) und dem Grundstückeigentümer als Gemeinschaftsvorhaben der Friedrich-Alexander Universität und der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule durchgeführt.

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Stadt der Zukunft? Exkursion nach Kopenhagen-Örestad im Rahmen der Lehrforschung

 

Auswahl weiterer abgeschlossener Lehrforschungsprojekte:

Windenergie in Franken, Absolventenmigration und wissensbasierte Regionalentwicklung, Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum.

 

Das Modul „Forschungswerkstatt“ bindet Sie aktiv in die Organisation und Logistik von Forschung und Wissenstransfer ein: Sie wirken z.B. bei der Planung und Durchführung wissenschaftlicher Tagungen und Workshops mit, entwickeln Konzepte für Ringvorlesungen und vieles mehr. Im Kern geht es hier um Projektmanagement – wir vermitteln Ihnen nicht nur vertiefte Kenntnisse im Prozess des „Wissensaustauschs“, sondern wollen Sie auch dazu befähigen, wissenschaftliche Veranstaltungen anspruchsvoll zu organisieren und zu betreuen.

In letzter Zeit durchgeführte Veranstaltungen, an der die „Forschungswerkstatt“ beteiligt war: Jahrestagung der Gesellschaft für Tropenökologie, Tagung „Gesundheitskulturen“, Interdisziplinäres Studienprojekt „Stadt der Zukunft 2050“ (s.o.), Organisation des Erlanger Vortrags zur Kulturgeographie 2012 mit Stephen Graham und Vorbereitung des Moduls „Kritische Kartographie/GeoWeb“ für die Humangeographische Sommerschule 2012 „Politische Geographie“.

Graham Kulturgeographie Erlangen

Forschungswerkstatt 2012: Organisation von öffentlichem Vortrag und Diskussion mit dem britischen Stadt- und Infrastrukturforscher Stephen Graham im Kunstpalais Erlangen