Lehrforschung und Forschungswerkstatt MSc | Lehrforschung und Forschungswerkstatt MSc – Institut für Geographie
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Lehrforschung und Forschungswerkstatt MSc

Besonderen Wert legen wir darauf, den Studierenden viel Raum zur Durchführung von mehrmonatigen Studienprojekten zu geben. Im Rahmen des Moduls „Lehrforschung“ arbeiten Sie in kleinen Teams an einer interdisziplinären Forschungsfrage, die sich z.B. an ein laufendes Forschungsvorhaben unseres Instituts anlehnt. Möglich sind auch Pilotstudien, explorative Projekte usw. Sie können auch eigene Projektthemen vorschlagen. In jedem Fall werden Sie von Dozierenden in diesem Forschungsprozess „begleitet“, das Projektdesign, die Organisation und Durchführung der Empirie und der Ergebnissicherung obliegen jedoch weitestgehend Ihnen. In manchen Fällen werden Sie auch in die Akquise von Drittmitteln involviert. So lernen Sie den Prozess des Forschens und seiner Organisation rundum und hautnah kennen.

 

Beispiele für im Rahmen der „Lehrforschung“ durchgeführte Studienprojekte der letzten zwei Jahre:

Stabile Isotope in der Umweltforschung: Analysen stabiler Isotope finden zunehmend Anwendung in unterschiedlichen Forschungszweigen wie z.B. in der (Paläo-)Klimatologie, Pflanzenphysiologie, Ökologie, Lebensmittelanalytik und Forensik. Im Rahmen des Kurses wurde der Einfluss extremer Witterungsverhältnisse auf die Kohlenstoff-Isotopenverhältnisse (13C/12C) der Jahrringe fränkischer Eichen in den letzten Jahrzehnten untersucht. Dabei wurden theoretische und methodische Hintergründe der Isotopenanalytik erlernt und die Daten anschließend statistisch mit meteorologischen Datenreihen verglichen. Die durchgeführten Untersuchungen sollen letztlich der Analyse und Rekonstruktion von Extremwetter-Ereignissen in Zeiträumen dienen, die über die instrumentelle Messperiode hinausgehen.

Visualisierung und Verarbeitung umfangreicher Klimadatensätze: Seit einigen Jahrzehnten rückt die Klimatologie nicht zuletzt aufgrund des Klimawandels zusehends in den Fokus der Öffentlichkeit und greift mit ihren oft interdisziplinären Fragestellungen in viele Forschungs- und Lebensbereiche des Menschen ein. Im Rahmen des Kurses wurden unterschiedliche Klimamesstechniken sowie frei verfügbare Datenarchive vorgestellt und diskutiert. Neben dem Umgang mit Soft- und Hardware standen die Analyse und Visualisierung eigens erhobenen Datenreihen z.B. im Hinblick auf Extremwetterereignisse im Vordergrund. Diese wurden in einem weiterführenden Schritt anhand von NCEP/NCAR Datensätzen in großräumige Klimaanalysen integriert und anschließend auf unterschiedlichen Maßstabsebenen interpretiert.

Umweltwandel in den Südalpen: In einem interdisziplinären Team bearbeiten unsere Studierenden bodenkundliche, vegetationsgeographische, klimatologische, dendroökologische und geomorphologische Ansätze zur hochaktuellen Fragestellung des Umweltwandels in den Schweizer Südalpen. Im Rahmen eines Geländeaufenthaltes im Tessiner Verzasca-Tal wurden dazu auf einer Dauerbeobachtungsfläche im Hochgebirge die notwendigen Parameter und Proben erhoben und gesammelt, die anschließend in Kleingruppen unter fachlicher Begleitung von Dozierenden mittels multivariater statistischer Methoden bearbeitet werden. Ziel der Arbeiten ist ein interdisziplinärer Ansatz, der zum besseren Verständnis der momentan ablaufenden dynamischen Prozesse in einem subalpinen Hochgebirgs-Ökosystem beitragen soll.

 

 

Das Modul „Forschungswerkstatt“ bindet Sie aktiv in die Organisation und Logistik von Forschung und Wissenstransfer ein: Sie wirken z.B. bei der Planung und Durchführung wissenschaftlicher Tagungen und Workshops mit, entwickeln Konzepte für Ringvorlesungen und vieles mehr. Im Kern geht es hier um Projektmanagement – wir vermitteln Ihnen nicht nur vertiefte Kenntnisse im Prozess des „Wissensaustauschs“, sondern wollen Sie auch dazu befähigen, wissenschaftliche Veranstaltungen anspruchsvoll zu organisieren und zu betreuen.